So viel Mut zur Hässlichkeit hätte man ihm nicht zugetraut: Tom Cruise, der als berufsjugendlicher Mission-Impossible-Action-Held gegen alle Spuren seines realen Alters ankämpfte, verbrachte mehrere Stunden täglich in der Maske, um sich in den Öl-Tycoon Digger Maxwell zu verwandeln. Mit Fatsuit, fransigen Strähnen und aschgrauem Gesicht ist er kaum wiederzuerkennen.
Wozu der ganze Aufwand? David Steinitz (SZ) liefert eine glaubhafte Hypothese: Cruise sehnt sich so sehr nach dem Oscar für die beste Hauptrolle, dass er sich diese Radikalperformance antat, da manche Academy-Mitglieder darauf zu stehen scheinen.
Doch leider stehen die Aussichten nicht gut. Die großen Filme von Alejandro Gonzalez Iñarritú liegen schon länger zurück. Sie entstanden zwischen 2000 („Amores Perros“) und 2015 („The Revenant“ mit Leonardo diCaprio), seitdem ist es stiller geworden, sein letzter Film „Bardo“ (2002) war enttäuschend. Nun ist der mexikanische Regisseur bei der Holzhammer-Farce angekommen.
Tiefpunkt der platten Anti-Trump-Groteske ist der Auftritt von John Goodman als Präsident Compson mit einem geschmacklosen Darmkrebs im Endstadium-Running Gag. Traurig, dass sich auch Sandra Hüller als hysterische Schwester der Hauptfigur mit einer klischeehaften Nebenrolle in diesen Film verirrte.
Dass es noch einen Final Twist gibt, der hier nicht gespoilert werden soll, ändert nichts daran, dass „Digger“ eine der großen Enttäuschungen des Kinojahres ist. Künstlerisch ein Totalausfall, aber auch finanziell droht nach den ersten Zahlen des Start-Wochenendes vom 1. Oktober 2026 ein Flop.
Bild: Warner Bros. Pictures