Klara und die Sonne

Ein süßliches KI-Märchen machten der Neuseeländer Taika Waititi und seine Co-Drehbuchautorin Dahvi Waller aus dem Roman „Klara und die Sonne“ von Kazuo Ishiguro.

In der Spätphase der Corona-Lockdowns veröffentlichte der aus Japan stammende britische Schriftsteller seinen ersten Roman nach der Verleihung des Literaturnobelpreises von 2017. Dass der neue Stoff „Klara and the Sun“ ursprünglich als Kinderbuch geplant war, ist der Verfilmung noch deutlich anzumerken.

Mitten in die dystopischen Meldungen über KI, die sich selbständig macht und sich in Abläufe hackt, platziert Sony dieses kleine Märchen von der Freundschaft der naiv-kulleräugigen Androidin Klara (Jenna Ortega) zu Josie (Mia Tharia). Der Roboter stammt aus der früheren Generation B1 und sollte längst eingeschmolzen werden, aber ausgerechnet dieses altmodische Modell fasziniert die Teenagerin Josie, die selbst nicht in ihre Umgebung passt.

Ihre überehrgeizige Mutter (Amy Adams) hat sie genoptimiert, so dass sie eine Elite-Privatschule besuchen kann. Josie würde aber lieber Zeit mit ihrem nicht maßgeschneiderten Sandkastenfreund Rick (Aran Murphy) verbringen, dem krassen Gegenpol zu ihren klischeehaft versnobten Schulkameraden.

Mit einer gehörigen Portion Kitsch, aber auch manchen kleinen Gags, die schon in Waititis Vampir-Komödie „5 Zimmer Küche Sarg“ (2014) und seiner Nazi-Satire „Jojo Rabbit“ (2020) prägend waren, erzählt „Klara und die Sonne“ die Geschichte von einer fürsorglichen Maschine, die unbeirrt an das Gute glaubt und aufopferungsvoll hilfsbereit bleibt. Auch Ishiguros Erzählhaltung ist deutlich optimistischer als in seinem Vorgängerroman „Never let me go/Alles was wir geben mussten“ (2005) über menschliche  Ersatzteillager, der 2010 verfilmt wurde.

Schon der Roman wurde im März 2021 zwiespältig aufgenommen, erst recht gilt dies für den Film, der am 15. Oktober 2026 beim London Film Festival Premiere hatte und am 29. Oktober 2026 in die Kinos kam. „Klara und die Sonne“ ist ein sympathischer Familienfilm, wirkt aber manchmal arg weichgespült. Kritiker, die die Buchvorlage gelesen haben, ärgerten sich vor allem über die Abweichungen im Schluss-Kapitel.

Bild: © 2026 CTMG, Inc.

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