Humans

Nach anderthalb Jahren Pause konnte auch das Chamälon in den Hackeschen Höfen seinen Spielbetrieb wiederaufnehmen. Der Spielzeit-Auftakt ist aber alles andere als ein Notprogramm, sondern ein echtes Highlight. Die australische Compagnie Circa ist ein Liebling der Festival-Szene, Yaron Lifschitz und sein elfköpfiges Ensemble touren regelmäßig an ersten Adressen wie dem Barbican in London oder den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, wo sie mit „Sacre“ im Frühjahr 2021 nur digital zu Gast sein konnten.

Auch am Hackeschen Markt sind sie bereits Stammgäste und waren zuletzt im Spätsommer 2018 mit „Circa´s Peepshow“ zu erleben, das im Dezember 2021 wiederaufgenommen werden soll. Dies soll der Abschluss der Künstler-Residenz des Circa-Ensembles mit insgesant vier Stücken bis zum Jahresende.

Bild: Pedro Greig

Den Auftakt machte „Humans“, das bereits 2017 in ihrer Heimat Sydney Premiere hatte und eine lange Tour hinter sich hat, bevor es in dieser Woche erstmals in Berlin gezeigt wird. Ganz ohne Worte performen die elf Tänzerinnen und Tänzer beängstigend halsbrecherische Akrobatik.

Bild: Sarah Walker

Der Titel „Humans“ wirkt zwar auf den ersten Blick beliebig. Umso eindrucksvoller sind aber die einzelnen Nummern dieser 70minütigen Revue, die in loser Folge ohne Pause präsentiert werden. Kleine Soli und Duette wechseln sich mit Gruppen-Pyramiden, in denen einzelne Tänzer die Last eines ganzen Knäuels von Kolleginnen und Kollegen bewältigen und tatsächlich die Grenzen menschlicher Belastbarkeit austesten. So verstanden, ergibt der Titel „Humans“ durchaus Sinn.

Bild: Sarah Walker

„Humans“ ist eine extrem körperliche und athletische Leistungsschau, in dem Circa demonstrieren, warum sie zu den erfolgreichsten Gruppen in ihrem Bereich des zeitgenössischen Zirkus zählen. Besonders gespannt darf das Berliner Publikum auf die Neufassung „Humans 2.0“ sein: nach den „Humans“-Vorstellungen bis 30. Oktober 2021 wird ab dem 4. November bis zum Ende des Monats eine Weiterentwicklung dieses Abends gezeigt. Für die 2.0-Version hat Ori Lichtik die Musik komponiert und Paul Jackson das Lichtdesign konzipiert. Beide arbeiteten auch schon mit dem Staatsballett, Lichtik war für die Komposition des Repertoire-Highlights „Strong“ seiner israelischen Landsfrau Sharon Eyal verantwortlich. Diese Show ist eine Empfehlung für den Theater-Herbst, falls er nicht wieder durch einen Lockdown torpediert wird.

Vorschaubild des Circa-Ensembles: Pedro Grieg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.