Was uns verbindet

In den besten Momenten vertraut Regisseurin Carine Tardieu ganz auf die Chemie zwischen ihren Star Valeria Bruni Tedeschi und ihrem Kinderdarsteller César Botti.

Sie spielt die 50jährige kettenrauchende Feministin Sandra, die für ihre Bücher, Kneipen- und Restaurantgespräche mit ihren Freunden und den Job als Buchhändlerin lebt. Familie und Kinder waren in ihrer Lebensplanung nie vorgesehen. Ihre erste Reaktion ist dementsprechend Abwehr, als Nachbar Alex (Pio Marmaï) eines Tages vor ihrer Tür steht: er möchte den kleinen Elliott (César Botti) bei ihr parken, da er seine schwangere Frau nach dem Platzen der Fruchtblase schnell ins Krankenhaus bringen muss.

In den Szenen zwischen diesen beiden Figuren leuchtet kurz das Potenzial des Melodrams „Was uns verbindet/L´attachment) auf. Er stellt neugierig-kluge Fragen, sie nimmt ihn ernst, langsam entsteht zwischen beiden eine Verbindung. Elliott klingelt immer öfter bei der Nachbarin, als er erfährt, dass seine Mutter die Komplikationen der Geburt seiner Schwester nicht überlebt hat.

Doch leider plätschert der Rest des Films allzu gefühlig und mäßig interessant dahin, wie es Kino-Zeit.de treffend auf den Punkt brachte. Der Plot mäandert sich seiner Botschaft entgegen, dass Patchwork-Familien gut funktionieren können.

„Was uns verbindet“ hatte im Spätsommer 2024 in der wichtigsten Nebenreihe Orizzonti des A-Festivals in Venedig Premiere, ging dort aber leer aus. In Deutschland war der Film erstmals vor kurzem beim Filmfest München zu sehen und startete diese Woche am 7. August 2025 in den Arthouse-Kinos.

Bild: Alamode Film

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