Der zweite YouTube-Jungstar neben Backrooms-Regisseur Kane Parsons, der in diesem Kino-Sommer mit Low-Budget-Horror die Charts stürmt, ist Curry Barker.
„Obsession“ beginnt wie eine typische RomCom: Bear, schüchterner Typ von nebenan (Michael Johnston), ist in die Arbeitskollegin und Pubquiz-Kameradin Nikki (Inde Navarette) verknallt, traut sich aber nicht, seine Gefühle auszusprechen und hängt in der Friendzone fest.
Als er in einem Esoterik-Ramsch-Laden einen billigen Zauberstab findet, der ihm genau einen Wunsch erfüllen kann, sehnt er sich danach, dass auch sein Crush über beide Ohren in ihn verknallt ist. Tatsächlich kommt es zu einer sofortigen Verhaltensänderung von Nikki. Anfangs glaubt das Umfeld noch, dass es sich um einen Drogentrip handelt, doch ihr Verhalten wird immer obsessiver.
Barker erzählt seine recht simple Grundidee über die toxisch-fragile Männlichkeit, die den gut gemeinten Rat „Be careful, what you wish for“ ignoriert und hier in den Abgrund führt, sehr konsequent. Ebensowenig wie bei „Backrooms“ handelt es sich um ein umwerfendes Meisterwerk. Der Hype ist stark übertrieben. Aber anzuerkennen ist, dass Barker Talent hat. Aus dem recht vorhersehbaren Plot kitzelt er immerhin einige Überraschungsmomente hervor, darunter auch einen Grusel-Schock-Moment, der im Kinosaal entsetzte Aufschrei auslöste. Auf die nächsten Arbeiten des erst 26 Jahre jungen Filmemachers darf man gespannt sein.
Die Midnight Madness-Sektion in Toronto war am 5, September 2025 das passende Premieren-Umfeld für „Obsession“. Nach den Fantasy Filmfest Nights startete der Film am 25. Juni 2026 in den Kinos.
Bild: @2026 Focus Features