Exit 8

Durch ein Alptraum-Szenario schickt Genki Kawamura seine namenlose Hauptfigur (Kazunari Ninomiya): eben war er noch mitten im Rush-hour-Trubel in der U-Bahn von Tokyo. Nun steht er völlig allein da, auf der Suche nach dem Ausgang. Verwinkelte, triste Gänge halten ihn gefangen und rauben ihm die Orientierung. An der Wand registriert er ein Plakat: sobald man eine Anomalie wahrnimmt, solle man umdrehen.

Der Schweiß tritt ihm langsam auf die Stirn, da er immer wieder an derselben Stelle landet. Ein paar markante wie die Werbung für eine Escher-Ausstellung oder einen Feuerlöscher hat er sich mittlerweile eingeprägt. Regelmäßig kommt ihm auch ein Passant entgegen, der ihn oft nicht wahrnimmt, ihn aber manchmal provozierend-bedrohlich angrinst. 

Deutlich ist diesem Mystery-Film anzumerken, dass er auf einem Video-Game basiert. Die Faszination für Glitches und Bugs, die Verschiebungen kleiner Details und die Wiederholungsschleifen, in denen die Figuren versinken, sind wie gemacht für einsame, lange Stunden von Nerds vor ihrem Rechner. Im Kinosessel fühlen sich die streckenweise sehr redundanten 95 Minuten wesentlich länger an.

Der Regisseur, den Maria Wiesner in einem FAZ-Porträt als Multitalent (Bestsellerautor, Produzent und Filmregisseur) vorstellte, führte weitere Figuren, die ebenfalls im Loop feststecken, markante Schockeffekte und vor allem die Schuldgefühle ein, die seinem Protagonisten als Nemesis erschienen. Beim Aussteigen teilte ihm seine Ex-Freundin per Telefon mit, dass sie schwanger sei und überlege, das Kind abzutreiben. Wiedergänger von Kind und Freundin erscheinen ihm nun ebenfalls in seinem gelbstichigen Albtraum-Labyrinth.

 Im 19. Mai 2025 hatte „Exit 8“ seine Premiere in der Mitternachts-Sektion von Cannes, lief anschließend in Toronto, Sitges und beim Fantasy Film Festival. Am 13. August 2026 startete der Film in den deutschen Kinos.

Bilder: © 2025 E8FP

   

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