Im Spiegel meiner Mutter

Mit 85 Jahren stellte Jutta Brückner nach langer Pause ihren Film „Im Spiegel meiner Mutter“ in der Sektion Neues Deutsches Kino des Filmfests München vor, das ihr auch eine Hommage widmete.

Ihr Filmschaffen konzentrierte sich vor allem auf die späten 1970er Jahre, als sie das feministische Kino mitprägte und 1980 den FIPRESCI-Preis der Filmkritik für „Hungerjahre“ auf der Berlinale gewann. An den damaligen Film schließt das neue Werk zum Abschluss einer Trilogie an.

Vielversprechend ist die Besetzung mit Corinna Harfouch und Hildegard Schmahl in den Hauptrollen. Im Kern ist das 95 Minuten kurze Drama eine düstere Familien-Aufstellung. Bis nach ihrem Tod sucht die Stimme der Mutter (Schmahl) die unter der mangelnden Empathie und Liebe leidende Tochter Ursula (Harfouch) heim. Statt eines echten Plots erleben wir Assoziationen, Bruchstücke und Zeitsprünge: Rückblenden auf Besuche im Pflegeheim, bittere Streit-Szenen und die Versuche, die Mutter mit Schlaftabletten ruhigzustellen, wechseln sich mit Ursulas Gegenwart ab. Als Professorin für Archäologie forscht sie mit einer geisterhaften Assistentin an einer Moorleiche.

Die Bruchstücke wurden bewusst sperrig montiert. Überdeutlich ist die Message einer toxischen Mutter-Tochter-Beziehung, doch die Einzelteile wirken oft so krude und klischeehaft, dass eine Yorck-Abo-Besitzerin beim Verlassen des Saals stöhnte: Das ist einer der Filme, wo ich mich sehr geärgert hätte, wenn ich dafür eine Eintrittskarte gekauft hätte.

„Im Spiegel meiner Mutter“ hatte am 29. Juni 2026 in München Premiere und startete am 13. August 2026 in den Kinos. 

Bild: COIN Film/Daniela Knapp

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