Ein Bildband ist die Grundlage für diesen Low Budget-Indie-Film, der mit knapp drei Jahren Verspätung aus den USA zu uns kam.
Luke Gilford entdeckte die International Gay Rodeo Association (IGRA), die sich den Klischees der harten, stiernackigen Cowboy-Jungs im Mittleren Westen entgegen stellt. Er reiste durch Texas, New Mexico, Arizona, Colorado und Kalifornien und veröffentlichte 2020 den Bildband „National Anthem“.
Zusammen mit Kevin Largman Murray und David Best schrieb er das Drehbuch für seinen ersten Spielfilm: die Doku-Szenen werden mit einer fiktiven Coming of Age-Geschichte von Hauptfigur Dylan (Charlie Plummer). Lieblos und in prekären Verhältnissen aufgewachsen findet er auf einer Ranch seine erste Liebe bei der Transfrau Sky (Eve Lindley) und in seiner queeren Wahlfamilie im „House of Splendor“, in das er seinen kleinen Bruder Cassidy (Joey DeLeon) mitnimmt.

„Nationalhymne/National Anthem“ hatte im März 2023 beim South by Southwest Festival Premiere, lief im September desselben Jahres in Toronto und wurde 2024 bei zwei kleineren queeren Festivals als bestes Debüt ausgezeichnet (Raindance Filmfestival und San Francisco LGBTQ+ Festival). Der Film steht exemplarisch für das andere Amerika und all das, was Donald Trump als zu woke und dekadent ablehnt.
Die beste Kurzzusammenfassung zu „Nationalhymne“ postete der Userin Alice auf Letterboxd: „this is like if you turned pink pony club by chappell roan into a feature film“.
Bilder: Cinemien