Rasantes Action-Fantasy-Spektakel liefert Na Hong-jin mit seinem vierten Spielfilm „Hope“ ab. Der bislang teuerste Blockbuster der südkoreanischen Filmgeschichte ist astreines Popcorn-Kino: handwerklich präzise gearbeitet, mitreißend choreografiert, allerdings mit dem Genre-üblichen dünnen Plot und sehr grobschlächtigem (Fäkal)-Witz.
Im Wettbewerb von Cannes, der Hochburg des avancierten Autoren-Kinos. würde man „Hope“ nicht vermuten, viel besser würde die Mitternachtssektion passen. Aber sei es drum. In der Not eines schwächeren Jahrgangs griff das Auswahl-Komitee wohl zu diesem Strohhalm. Ein Film, der Spaß macht, ist „Hope“ dennoch, auch wenn er nicht die Qualität von Nas vorherigem Film „The Wailing – Die Besessenen“ heranreicht, der 2017 in Cannes nur außer Konkurrenz lief.
Als der völlig überforderte Provinzpolizist Bum-seok (Hwang Jung-min) in der verlassenen Gegend kurz hinter der Demarkationslinie zu Nordkorea ein ausgeweidetes Rind auf der Straße sieht, beginnt das Rätselraten. War es ein sibirischer Tiger? Aber wie kam er durch das Minenfeld nach Süden?
Eine Stunde lang folgen wir dem Trupp durch Spuren der Verwüstung. Das Monster fräst sich durch das Gebiet, gellende Schreie, Ströme von Blut. Zu Gesicht bekommen wir das Alien erst im Mittelteil. Der Plot kommt dennoch nicht zur Ruhe. Immer neue Gestalten tauchen in den Wäldern auf, das Verfolgungs-Spektakel geht in die nächste Runde, mit der versierten Schützin Sung-ae (Model und Squid Game-Star Jung Ho-yeon) bekommen die Jungs Verstärkung.
Der schwächste Teil ist der kitschige Schluss: Alicia Vikander und Michael Fassbender winken raunend mit dem Holzpfahl Richtung „Avatar“.
Am 17. Mai 2026 hatte „Hope“ in Cannes Premiere, ging jedoch im Wettbewerb um die Palmen leer aus. Nach Einladungen zum Fantasy Film Festival und nach Zürich brachte ihn MUBI am 8. Oktober 2026 in die Kinos.
Bild: PLUS M Entertainment