Von Taylor Swift ist das Intro inspiriert, aber auch Lady Gaga oder Madonna sind hier nicht weit: Als fiktiver Pop-Superstar begeistert auch „Mother Mary“ (Anne Hathaway) die Massen. Die opulente Selbstinszenierung gipfelt in dem Heiligenschein, der ihre Bühnenshow überstrahlt.

Bild: LEONINE Studios / Frederic Batier
Harter Schnitt und wir sind mitten in einem Kammerspiel. Zwei Frauen, die sich lange kennen und entzweit haben, belauern sich. In den abgedunkelten Räumen ihres Ateliers lässt die Designerin Sam Anselm (Michaela Coel) den Popstar auflaufen. Aus jedem ihrer kurz angebundenen Sätze, die britische Noblesse mit kleinen Spitzen garnieren, spürt man die tiefe Verletzung, die vorgefallen sein muss.
Dieses stark reduzierte Psychodrama auf engstem Raum und die exzessive Live-Show sind die stärksten Passagen des Films. Nach einer knappen Stunde biegt Regisseur und Drehbuchautor David Lowery jedoch in Richtung Mystery ab. Immer raunender wird das Duell der beiden Frauen, Genre-Kino-Elemente wie spiritistische Sitzungen, Exorzismus und Selbstverletzung prägen die zweite, deutlich weniger interessante Hälfte dieser A24-Produktion. In bildgewaltigen Szenen blitzt zwar hin und wieder das Können des Filmemachers durch allzu dick aufgetragen und oft auch krude geht der Film dem finalen „Sorry“ und dem von Obsessionen und Geheimnissen raunenden Schluss-Song.
Vorschaubild: LEONINE Studios / Eric Zachanowich