Kurz vor seinem 80. Geburtstag trumpft Hollywood-Altmeister noch mal mit einem großen Blockbuster auf. Er hat alles zu bieten, was Spannungs- und Action-Kino braucht. Die Verfolgungsjagden haben so viel Adrenalin und Karacho, wie es ein Jungspund auf dem Regiestuhl kaum besser einbringen könnte. Auch die gewaltige Lust an technischen Gimmicks ist in diesem Film in fast jeder Sequenz wieder deutlich zu spüren.
Und doch enttäuscht „Disclosure Day“: viel zu klischeehaft ist der Kampf von Gut gegen Böse. In einem hanebüchenen Plot kämpft die Geheim-Organisation Wardex unter Führung des Oberschurken Scanlon (Colin Firth) darum, der Welt weiterhin zu verheimlichen, dass die Aliens längst auf der Erde gelandet sind. Sie machen Jagd auf den abtrünnigen Wissenschaftler Kellner (Josh O´Connor) und die hübsche Wetterfee eines Lokalsenders in Kansas (Emily Blunt), die brisantes Material besitzen.

Auf der rein visuellen Ebene macht der Film trotz kurzer Längen Spaß, aber die Lücken und Fragwürdigkeiten des Drehbuchs, das David Koepp nach einer Spielberg-Idee schrieb, sind unübersehbar. In diesem Alterswerk durfte sich Spielberg noch mal zu seinem Lieblingsthema, den Aliens, austoben, die ihn schon seit seiner Kindheit umtreiben und in „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977), „E.T.“ (1982) oder „Krieg der Welten“ (2005) beschäftigten.
Im eindrucksvollen Gesamtwerk von Spielberg, das vor dem Kinostart in einer Retrospektive des Schöneberger Odeon-Kinos in großen Teilen zu erleben war, gehört „Disclosure Day“ zu den schwächeren Filmen.
Unter dem Titel „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ startete der Blockbuster am 10. Juni 2026 in den deutschen Kinos.
Bilder: Universal Pictures International Germany