Dreams – Gefährliches Verlangen

In den vergangenen Jahren war der Mexikaner Michel Franco Stammgast im Wettbewerb von Venedig: „New Order“ (2020), „Sunburn“ (2021) und „Memory“ (2023) hatten dort Premiere. Und auch sein nächster Film „Dreams“ wäre vermutlich dort gelaufen, wenn er im Spätsommer 2024 rechtzeitig fertig geworden wäre.

Von dieser Verzögerung profitierte die Berlinale: „Dreams – Gefährliches Verlangen“ lief am 15. Februar 2025 im Wettbewerb um die Bären und brachte mit Hollywood-Star Jessica Chastain etwas Hollywood-Glamour an den Potsdamer Platz. Der 100 Minuten kurze Film ist ein typisches Franco-Werk: ein unterkühlte, fast schon tiefgefrorene Versuchsanordnung, die mit seinem gewohnten Pessismus wieder in Brutalität endet.

Sehr schematisch konstruiert ist der Plot des gegensätzlichen Paares: Jennifer McCarthy (Jessica Chastain) ist die verwöhnte Tochter eines Mäzens, die sich in der Familienstiftung um Tanzprojekte kümmert. Sie hat ein Auge auf Fernando Rodriguez geworfen, der von Isaac Hernández gespielt wird. Der Mexikaner tanzte als Solist großer Compagnien, u.a. beim San Francisco Ballet, und tritt seit einigen Jahren auch als Schauspieler in Filmen und Serien auf.

Kolportagehaft skizziert „Dreams – Gefährliches Verlangen“ das Abhängigkeitsverhältnis von zwei prototypischen Figuren: die reiche Sugar Mommy aus San Francisco, die sich den attraktiven Lover hält, und der ehrgeizige Künstler aus Mexico City, der davon träumt, einen legalen Aufenthaltsstatus in den USA zu bekommen. Die Grenze zwischen Kalifornien und Mexiko, an der Donald Trump seine Mauer errichten wollte, markiert auch die Trennlinie dieses Paares.

Typisch Franco ist es, wie er seinen Stoff, der als gefälliges Polit-Melodram beginnt, konsequent in die düsterste, auswegloseste Wendung treibt. Wenige Wochen nach der Amtseinführung von Trumps zweiter Präsidentschaft hatte „Dreams“ auf der Berlinale 2025 Premiere. Die Furcht vor ICE wird im Plot schon angesprochen, deutlich vor der Eskalation um diese Polizei-Einheit, die Migranten aufgreift.

Im vergangenen Jahr lief der Film u.a. noch in Karlovy Váry, erst am 23. Juli 2026 startete „Dreams“ in den deutschen Kinos.

Bild: Teorema 2025

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert