Dass seine Vorlage aus dem Theater stammt, genauer gesagt vom Boulevard-Theater, ist dem Film „The Invite“ deutlich anzumerken. Der Katalane Cesc Gay schrieb das Stück „Els veïns de dalt“, seine eigene Verfilmung „Sentimental“ wurde 2020 in Spanien zum Hit.
Es folgten bereits einige Remakes, im Juni 2023 lief die etwas behäbige Schweizer Version „Die Nachbarn von oben“ mit Ursina Lardi in den deutschen Kinos. Geballte Star-Power trifft nun in der US-Version aufeinander: Penélope Cruz und Edward Norton spielen das sexpositive Paar Piña und Hawk aus dem oberen Stockwerk, Olivia Wilde, die auch Regie führt, und Seth Rogen in einer für ihn typischen Rolle spielen ihre Nachbarn mit den Allerweltsnamen Angela und Joe, die sich lange schon auseinandergelebt haben.
Die Stärke des Films ist, dass dieses Beziehungsfarce-Kammerspiel, wie es Karsten Munt im Perlentaucher etikettierte, handwerklich sehr souverän inszeniert ist. Das starke Ensemble füllt die – wie vom Edelboulevard gewohnt – recht klischeehaften Figuren mit Leben und die Punchlines des Drehbuch-Duos Will McCormack/Rashida Jones sitzen.
Es macht Spaß, zuzusehen, wie sich Wilde und Rogen mit aufgerissenen Augen gierig auf jedes Detail der polyamourösen Partys stürzen, das ihnen ihre Gäste freimütig erzählen. Sie können ihr Glück kaum fassen, welche neuen Optionen sich aus dieser zunächst als Last empfundenen Einladung ergeben.
Das Ganze ist dann aber doch auch ein sehr konventionelles Genre-Vergnügen: kein schlechter Film, sondern solide, manchmal etwas vorhersehbare Unterhaltung, die am Sonntag Abend für einen ausverkauften Saal sorgt, bevor die Arbeitswoche wieder beginnt.
„The Invite“ wurde am 24. Januar 2026 in der Premieres-Sektion von Sundance uraufgeführt, lief am 28. Juni in der Gala-Sektion „Spotlight“ des Filmfests München und startete am 30. Juni 2026 in den deutschen Kinos.
Bild: TOBIS Film