Leave no trace

Ein stiller, kleiner Indie-Film ist „Leave no trace“: wie schon in „Winter´s Bone“, der es 2010/11 aus der Berlinale-Off-Sektion „Forum“ zu drei Oscar-Nominierungen schaffte, widmet sich die Regisseurin Debra Granik den Außenseitern in der amerikanischen Gesellschaft.

Ihre beiden Hauptfiguren Will (der Blockbuster-erfahrene Ben Foster) und Tom (Thomasin McKenzie bei ihrem Debüt) sind an reale Vorbilder angelehnt. Ein vom Irak-Krieg traumatisierter Veteran versucht, sich dem Stress und den Verpflichtungen der Gesellschaft völlig zu entziehen. Gemeinsam mit seiner Tochter zieht er sich in die Wälder Oregons zurück, die Granik als eindrucksvolle Naturlandschaft mit den verschiedensten Grün-Schattierungen gekonnt in Szene setzt.

Der Film, der in Sundance, der Hochburg des US-Indie-Kinos Premiere hatte und anschließend in Cannes in der „Quinzaine“ lief, nimmt sich sehr viel Zeit. Betont meditativ folgt er seinen beiden Protagonist*innen, die von Rangern aufgegriffen werden, sich quälenden Psycho-Fragebogen-Tests stellen müssen und immer wieder hilfsbereite Menschen treffen, die ihnen Brücken bauen wollen.

Recht erwartbar mündet der Film in das Dilemma der Teenager-Tochter, die sich entscheiden muss, ob sie ihrem Vater wieder in die Wälder folgt oder ob sie sich abnabelt und ihren eigenen Weg geht.

„Leave no trace“ startete am 13. September 2018 in den Programmkinos

Bilder: © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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