Krieg und Frieden

Am Volkstheater Wien etablierten Calle Fuhr und Intendant Kay Voges das Format der Infotainment-Lecture-Performances zu aktuellen politischen Themen. An seiner neuen Kölner Wirkungsstätte setzte Voges einen Schwerpunkt auf „Theater und Journalismus“ und die Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Fuhr und dem Recherche-Team Correctiv fort.

Zur Halbzeit der Autor*innentheatertage gastierte ihr neuestes Projekt „Krieg und Frieden“ auf der großen Bühne des Deutschen Theaters Berlin, stellte sich jedoch als platt und leichtgewichtig heraus.

Beginnend mit Putins Aufstieg vom KGB-Agenten zum Autokraten, der die Zügel nach der Anarchie der Jelzin-Jahre sehr eng zog und Oppositionelle ausschaltete, über die Pläne der Schröder/Merkel-Regierung für NordStream bis zur Voll-Invasion in der Ukraine schlägt er den Bogen: jedem halbwegs informierten Zeitgenossen bereits bekannte Fakten referiert er im Plauderton. Um nur ja niemand zu überfordern, streut er arg platte Gags über diverse Fußball-Clubs oder ähnliches ein.

Das Solo „Krieg und Frieden“ ist in seinem niedrigschwelligen Ansatz so konzipiert, dass es sich am ehesten für die Zielgruppen eignet, die sich nur am Rande für Politik interessieren. Auf der Schlusskurve wendet er sich anhand eines Imagefilms dem Rüstungskonzern Rheinmetall zu, der von der ausgerufenen „Zeitenwende“ und dem „Sondervermögen“ besonders profitiert. Auch das keine Überraschung. Vielleicht läge hier Potenzial für tiefere, weitergehende Recherchen.

Stattdessen endet der Abend hier bereits mit dem persönlichen Statement, dass er sich mehr Transparenz bei der aktuellen Aufrüstung wünsche und als noch relativ junger, 1994 geborener und somit in friedlicheren Wohlstandszeiten sozialisierter Mann die Wehrpflicht sehr kritisch sieht.

„Krieg und Frieden“ hatte am 22. November 2025 am Schauspiel Köln Premiere und gastierte am 13. Juni 2026 in Berlin.

Bild: Anna Sorgalla

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