Halloween

Vor vierzig Jahren ließ eine Low-Budget-Produktion die Kinokassen klingeln und prägte ein ganzes Genre von Horrorfilmen: „Halloween – Die Nacht des Grauens“ spielte bei Kosten von nur 325.000 Dollar allein in den USA 47 Millionen Dollar ein. Die Zahl der Sequels ist bereits zweistellig. Noch größer ist die Zahl all der von „Halloween“ inspirierten Trittbrettfilme, die Ende der 1970er und in den 1980er Jahren entstanden und das Genre der sogenannten „Slasher“-Filme begründete. Ein Lied davon kann vor allem Jamie Lee Curtis singen, die in „Halloween“ als Laurie Strode vom Sadisten Michael Myers gejagt wurde und in den folgenden Jahren auf die Rolle der „Scream Queen“ festgelegt war, die sie in zahlreichen Produktionen verkörpern musste. Erst Schritt für Schritt konnte sie sich von ihrem Image freischwimmen und größeren Wandlungsreichtum unter Beweis stellen.

An den „Halloween“-Sequels nahm Jamie Lee Curtis nur noch selten teil. Erst zum 40jährigen Jubiläum kehrt sie wieder zum „Halloween“-Stoff zurück. Die Verästelungen des Plots, die das Franchise in den vier Jahrzehnten unweigerlich nahm, ignoriert die neue Produktion, die sich einfach nur „Halloween“ nennt, schlichtweg. Regisseur David Gordon Green macht einfach dort weiter, wo das Original endete. Laurie Strode ist mittlerweile grau geworden und Großmutter. Schwer traumatisiert rüstete sie ihr Haus zur Hochsicherheits-Bastion und wartet auf den Tag, an dem das Monster zurückkehren wird. Ihre Familie schwankt zwischen Genervtsein und Belächeln, vor allem ihre Tochter litt Karen Strode (Judy Greer) darunter, dass sie als Kind in ständiger Paranoia aufwachsen und regelmäßige Schießtrainings absolvieren musste.

Der Star des „Halloween“-Films ist auch diesmal wieder das berühmte Motiv, das sich schon 1978 seit dem Vorspann durch den Film zog. Die eindringliche Melodie von John Carpenter geht mit ihrem hohen Wiedererkennungswert auch heute durch Mark und Bein. Die Regie konnte der Horror-Altmeister diesmal getrost einem Horror-Genre-Neuling überlassen. David Gordon Green wurde mit der Komödie „Prince Avanlache“ bekannt, die ihm einen Silbernen Bären bei der Berlinale 2013 für die Beste Regie einbrachte. Zuletzt verfilmte er das Drama „Stronger“ über einen Überlebenden des Anschlags auf den Boston-Marathon, der im Frühjahr 2018 in die deutschen Kinos kam.

Der Plot von „Halloween“ ist schnell erzählt: Michael Myers bricht während eines Transports, mit dem er in ein anderes psychiatrisches Gefängnis verlegt werden soll, aus und macht sich erneut auf seinen tödlichen Feldzug. Naive Opfer fallen ihm reihenweise zum Opfer, während er sich zum Haus der Familie Strode vorkämpft, wo es zum Showdown mit drei Generationen (Oma Laurie, Mutter Karen, Enkelin Allyson) kommt. „Halloween“ (2018) bedient routiniert die Erwartungen und Genre-Muster: solide Kino-Unterhaltung, die dem Genre außer Fußnoten wenig hinzufügt, aber die Slasher-Fangemeinde erfreut.

Bild: Universal Pictures

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.