Dancing About

Im Zentrum des Abends steht eine Gottesanbeterin in ihrer Vitrine, der die Performer*innen von Gob Squad huldigen. Der Ton changiert zwischen Ironie und Pathos, wenn z.B. Bastian Trost vor dem Tier kniet und auf es einredet, wie gut es dieses Insekt habe, da es die völlige Freiheit habe und auch seinen Liebhaber verspeisen könne.

Hinter Insekten-Masken verschwinden auch die fünf Performer*innen in ihrer Eröffnungs-Choreographie. Sie beschwören ein „Wir“, aus dem nach und nach eine*r ausscheidet und zu einem peinlichen Bekenntnis ansetzt. Dieser Anfang ist durchaus amüsant, leider folgt in den nächsten knapp 90 Minuten nicht mehr viel.

„Dancing About“ wirkt dünn, beliebig, nicht ganz zu Ende geprobt. „Ein wenig wirkt der Abend, als seien ihm auf dem Weg von der Konzeption zur Vollstreckung einige Ebenen abhandengekommen“, kritisierte Christine Wahl schon nach der Premiere im Herbst 2012, damals noch im Roten Salon der Volksbühne.

An diesem Eindruck hat sich fast ein Jahrzehnt und knapp 100 Vorstellungen später nichts geändert. Gob Squad präsentierten „Dancing About“ im HAU 3, das seit dem Herbst das 20jährige Jubiläum des postdramatischen Theaters feiert.

Die Performance plätscherte recht belanglos vor sich hin, bis Gob Squad ihr Publikum zum Mittanzen einluden.

Bilder: David Baltzer/Bildbuehne

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