Der Teufel trägt Prada 2

Sie ist immer noch eine zickiges Biest: Zwanzig Jahre nach dem Überraschungshit „Der Teufel trägt Prada“ hat Meryl Streep wieder einen Auftritt als Miranda Priestly, Chefredakteurin des Mode-Magazins Runway, die der Vogue-Chefin Anna Wintour nachempfunden ist. Sie spielt ihre Mitarbeiterinnen gegeneinander aus und erlebt es als größte Schmach, dass sie nach dem Abstieg in die Economy Class keinen Champagner mehr ordern kann.

Die Krise der Printmedien bildet die Hintergrundfolie für die Popcorn-Kino-Fortsetzung von Regisseur David Frankel und Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna. Sie setzen auf die bewährten Figuren: neben Streep alias Priestly sind dies ihre treu ergebene rechte Hand Nigel (Stanley Tucci) und die beiden Assistentinnen, die in Teil eins so viele Demütigungen ertragen mussten und nun in neuen Positionen wieder auf das Alpha-Tier treffen. Andy (Anne Hathaway) machte Karriere als Journalistin, wurde aber Opfer der Stellenstreichungen und muss als PR-Krisen-Expertin bei der ehemaligen Chefin anheuern, Emily (Emily Blunt) wechselte zu Dior und sieht die Chance zur Abrechnung gekommen.

Die Stärke des Sequels ist, dass es sich auf den Kern des Figuren-Tableaus aus dem Original fokussiert. Das Quartett ist klar konturiert und sofort wiedererkennbar. Eine gehörige Portion Millenial-Nostalgie soll die Zielgruppe ins Kino locken. Doch die Schwäche des Films ist, dass er aus den Konflikten keine dramatischen Funken schlagen kann. Ohne die Ironie des ersten Teils und ohne Biss surft die betuliche Komödie durch das New York der Schönen und Superreichen, bis sich alles im allzu märchenhaften Wohlgefallen auflöst. 

„Der Teufel trägt Prada 2“ verschenkt Chancen und ist ein eskapistisches Popcorn-Märchen für die „Generation Irgendwas mit Medien“.

Am 30. April 2026 brachte die Disney-Tochter 20th Century Fox den Film in die deutschen Kinos. 

Bild: Walt Disney Company Germany GmbH

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