Von den Fallstricken von Postkolonialismus und Alltagsrassismus erzählt Ulrich Köhler in seiner Meta-Satire „Gavagai“: inspiriert von eigenen Erlebnissen beim Dreh von „Schlafkrankheit“ in Kamerun und der Berlinale 2011, wo er den Silbernen Bären für die beste Regie gewann, lässt er seine Figuren durch die Diskurs-Minenfelder stolpern.

Eine alternde Kunstfilm-Regisseurin (Nathalie Richard) dreht eine französische Medea-Version im Senegal, die nur zum Fremdschämen ist. Ihre Hauptdarsteller*innen Maja (Maren Eggert) und Nourou (Jean-Christophe Folly) beginnen am Set eine Affäre und schlittern während ihrer fiktiven Berlinale-Promo-Tour durch diverse Missverständnisse. Tiefpunkt der Peinlichkeit ist eine Berlinale-PK, die Köhler mit Genehmigung des ehemaligen Leitungs-Duos Carlo Chatrian/Mariette Rissenbeek nachstellen durfte.

„Gavagai“ ist eine thematisch etwas überfrachtete Meta-Satire, die Biss vermissen lässt und vor allem auf ein diskursaffines Programmkino-Publikum zielt. Der Film hatte Ende September 2025 in New York Premiere, lief kurz danach in Hamburg, Wien und Zürich sowie im Dezember 2025 als deutscher Beitrag bei „Around the World in 14 films“.

Am 30. April 2026 startete „Gavagai“ in den Kinos.

Bild: Port au Prince Pictures

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