Als allerletzte Premiere, bevor Matthias Lilienthal die Intendanz am Rosa Luxemburg-Platz übernimmt, gab es im Roten Salon zwei Vorstellungen von „Twink Death“, einer Solo-Performance von Mica Heilmann.
Im pinken Schneewittchen-Sarg liegt er anfangs zu Füßen der ersten Reihe. Als sich der Deckel hebt, steigt tatsächlich der Inbegriff eines Twinks heraus: androgyn, schlank, kein Gram Fett, kein Körper-Haar und keine Muskelmasse zu viel, stattdessen ein sich seiner Wirkung stets bewusstes Lächeln im ebenmäßigen Gesicht. Live auf der Bühne oder in Video-Einspielern assoziiert sich der 70 Minuten kurze Abend durch das Phänomen der Twinks. Mal gibt er ein Video-Tutorial, mal grenzt er mit augenzwinkernder Präzision die Twinks von anderen Typen wie Twunks, Otters, Bears oder Daddies ab, vor allem von den Hunks. Deren Inbegriff sieht man anschließend in der Kantine: Campbell Caspary, den blonden Hünen aus Constanza Macras-Choreographien, beide wechseln zur kommenden Spielzeit ans Gorki Theater.

Mit Macras arbeitete auch Heilmann als Regie-Assistent an der Volksbühne regelmäßig zusammen. Tänzerische Elemente kommen in diesem Solo recht kurz, aber „Twink Death“ hat durchaus Potenzial und würde sich gut für eine Fortentwicklung für eine größere Spielstätte eignen.
„Twink Death“ hatte am 17. Juni 2026 im Roten Salon der Volksbühne und setzte den Schlusspunkt unter die lange, überraschend gut gemeisterte Übergangszeit nach dem plötzlichen Tod von René Pollesch. Ganz in seinem Stil war auch dieses Solo von Queerness und soziologischen sowie popkulturellen Anspielungen geprägt.
Bilder: Luna Zscharnt